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Arabeske (Autor des Textes : Andreas Haus)

Arabeske ist seit der Romantik eine Gestaltmetapher geistigen Produzierens . Das Wort kommt aus der Sprache der Ornamentik und bedeutet ursprünglich eine stilisierte Pflanzenranke der arabischen Dekoration. Seit Watteau wird jede Art dekorativer Pflanzenrankendekoration als “Arabeske” bezeichnet, bis hin zum großformatigen Zimmerdekor, wie ihn Philipp Otto Runge für seine “Tageszeiten” vorsah. Aus diesem kunstsprachlichen Kontext ist “Arabeske” in die Poetik übergegangen und von Friedrich Schlegel mit der Vorstellung “progressiven” Fortwachsens zur “unendlichen Fülle” verbunden worden. In diesem naturhaft-prozessualen Bild erhebt sich gegen den abgeschlossenen Formbegriff der Klassik ein anderes Prinzip des dauernden Werdens und der räumlichen Unabgeschlossenheit der Form. Das bedeutet nicht Formlosigkeit, denn zugleich ist “Arabeske” eben die Form, die (wie die pflanzliche Ranke) ihre Erscheinung aus der Darstellung eines sich lebendig fortentwickelnden Gestaltprinzips gewinnt. Damit wird “Arabeske” ein neues, poetisches Sinnbild künstlerischen Schaffens überhaupt, das für Dichtung, Musik und Kunst gleichermaßen gelten kann....    ( to read full text, click to title - pdf will be opened )

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